Sonntag, 30. April 2017

BB vom 29.04.2017

Ort: Östlicher Rheingau-Taunus
Uhrzeit: 21:30 bis 3:00 Uhr
Wetter: Klar aber dunstig, starker Wind, 3°
GG: ~ 5m8

Der Bericht wird ein ein kurzer bleiben, dabei war der Himmel alles andere als schlecht. Aber einmal mehr war ein sehr starker Wind der Showstopper schlechthin, ich erlebte das in ähnlichen Maße erst im vergangenen Jahr. Als inzwischen zum Weichei-Astronom Mutierter fror ich fast vom ersten Moment an ;) Klar... ich habs einmal mehr unterschätzt und auch nicht die richtigen Klamotten am Mann, irgendwann war die dritte Jacke angezogen aber wärmer wurde mir nicht... 




Trotzdem: Jan hat einen frischen Platz aufgetan der sehr schön zu erreichen ist, Kuppenlage mit schöner Rundumsicht und wäre es etwas weniger dunstig gewesen hätten wir in Sachen Himmelsqualität gar nichts zu meckern gehabt. Aber schon die noch eher schwache Mondsichel die sich die ersten zwei Stunden quälend langsam in Richtung Untergang schob zeigte sich, dass er den Himmel doch nachhaltig beeinflußte - ein klares Indiz für einen nicht besonders transparenten Himmel.

Den Widrigkeiten zum Trotz wurde es ein schöner Abend, der seinen Spaß vor allem daraus bezog, dass nach Mitternacht noch ein Gast eintraf und wir seit Langem mal wieder einem noch nicht mit der praktischen Astronomie vertrauten Menschen den Spaß an unserem Hobby und die Schätze des Himmels näher bringen konnten - das hab ich durchaus vermisst merke ich!



Sie zeigte sich auch ausgeprochen begabt was das Beobachten angeht, dass M13, M51 und ein hartgefilterter Cirrus Komplex im 16"er Begeisterungsstürme auslösen war ja durchaus zu erwarten aber mit erstaunlicher Hartnäckigkeit wurden die einzelnen Objekte beobachtet bis sogar Triangular Wisp erkannt und bestaunt wurde.

Mein persönliches "Highlight" war nach langer Zeit mal wieder ein neuer Komet. C/2015 V2 Johnson war dank einer schönen Karte von Jan selbst im Fernglas schnell wenn auch schwach gefunden. Im 8er zeigte sich dann auch bei Mond schon ein eindeutiger Fleck, der später nach Monduntergang und vor allem im Großen Spiegel einen gut sichtbaren Schweif zeigte.


Gegen zwei Uhr konnte ich kaum noch einen Gesichtsmuskel bewegen und ich packte zusammen, verfluchter Wind, blöder Pulli, fehlender Gürtel :D Ich könnte mich über so einiges ärgern - nicht aber, dass ich rausgefahren bin :)



Dienstag, 28. März 2017

BB vom 27.03.2017

Uhrzeit: 21:45 bis 1:45 Uhr
Wetter: Klar, leichter Horizontdunst, 5° frischer Wind
GG: ca. 6m
Ort: Idsteiner Land

Nachdem mich mein "kleines" Cabin-in-the-Woods Projekt fast durchgehend über das vergangene Jahr seit dem Frühjahr auf Trab und in Atem gehalten hat nun seit einigen Wochen weitestgehend abgeschlossen ist konnte ich endlich wieder einmal die Einladung von Rainer zu einem gemeinsamen Beobachtungsabend annehmen - er sollte dann auch viel länger und gehaltvoller werden als wir beide das ursprünglich geplant hatten!

Am altbekannten Platz angekommen schoß ich zunächst ein paar Stimmungsbildchen bis Rainer dann eintraf und wir uns, die wir in den letzten Monaten eigentlich nur telefonisch palavert haben selbiges endlich mal ausgiebig vis-a-vis ausleben und das taten wir dann auch sehr ausführlich :)



Um dem sich verabschiedenden Winter nochmal zu huldigen war so auch mein erstes Objekt der bereits im Sinkflug befindliche Orionnebel, hach ja... ich wage es kaum zu sagen aber es war ein später und doch der ERSTE Blick in dieser Saison oO ... nicht minder schön aber eben auch nicht mehr ganz auf der Höhe... M1 war dann auch nur einen kurzen Stopp wert

Aber es galt nicht nur meine wahren Lieblingsobjekte zu beobachten sondern zunächst sehr kleinlaut zu hoffen, dass ich nicht schon alles vergessen habe ;) Zumindest diese Sorge war aber unbegründet, so wie man nach Jahren jede Straßenecke der Heimat kennt, so werde ich wohl auch nie die Positionen der Ganzlichter des Galaxienparks wirklich vergessen... Startpunkt war der hochstehende M51 der seine majestätische Spirale zeigte, gefolgt vom nur wenig weiter gelegenen Leckerbissen NGC 4490 mit seinem charakteristischen Haken und dem kleinen runden Begleiter.

Bei Rainer schaute ich mir noch M81 in Höchstvergrößerung an und uns dünkte, dass der abzweigende Spiralarm durchaus zu sehen war, aber sah ich schon besser/einfacher. Ich ging stattdessen aber auf die Jagd nach dem Sombrero - landete ich zunächst zielgenau am "Stargate" wer noch nie dort war - unbedingt mal mitnehmen wenn man gerade in der Gegend ist.

M104 zeigte sein extrem scharf begrenztes Staubband und ich konnte reproduzierbar (auch später an Rainers 12er) ein schwaches Glimmen gegenüber der Kernregion auf der anderer Seite des Staubbandes ausmachen.

Alsdann wechselte ich in Coma - nein ich war hellwach, auch nicht selbstverständlich schlief ich doch im letzten Jahr tatsächlich mal mit dem Fernglas auf dem Feld ein :D - und schoss mir zunächst etliche Einzelsterne im Kugelsternhaufen M 53 und natürlich KEINE im extrem schwächeren "Begleiter" NGC 5053, aber das ungleiche Paar ist immer einen Pflichtbesuch wert im Frühjahr.


Apropos Einzelstern... Rainer bemerkte, dass sich der Somme mit Herkules ja auch schon ankündigt, natürlich noch recht tief aber bei dieser Helligkeit darf man da ruhig auch schon hinhalten, sogar die schwache Begleitgalaxie ging bereits, wenn auch weitaus schwieriger als im Sommer wenn sie wenn man weiss wo sie steht kaum zu übersehen ist.

Aber zurück ins Haar der Berenike... die Black Eyed Galaxie M64 kostet mich doch ein paar Sekunden rühren aber konnte sich ob ihrer Helligkeit nicht wirklich verstecken... die charakteristischen Dunkelstrukturen im Inneren waren bereits im 8" gut auszumachen im 12" überdeutlich und ein echter Eyecatcher.

Der Löwe war dann meine nächste Destination, selbstverständlich war hier das namensgebende Triplet mein erstes Ziel, aber danach durfte es etwas knackiger werden und ich begab mich an den Hals des Löwen und hielt Ausschau nach der Hickson 44 Gruppe, hier tat ich mich wirklich nicht ganz so leicht und das schwächste Mitglied blieb mir komischerweise verwehrt, nächstes Mal wieder...

So "langsam" gebot die Vernuft einzupacken, aber die musste dann doch nochmal ein Stündchen zurücktreten, denn ich wollte mir noch an Jupiter die Augen verblitzen ;) ... Wow!! Sehr feine Wolkenstrukturen in den Bändern, die Polregion deutlichst dunkler und das bekannt schöne Spiel der Mond, Io verschwandt dann während der Beobachtung hinter dem Gasriesen, ich hielt ihn zunächst für einen Stern, hatte sich das Licht doch vorher schon abgeschwächt. Das tolle war aber der GRF, der sich in einer Überdeutlichkeit aufdrängte wie ich ihn noch nicht sah! Von Färbung keine Spur, aber das muss nicht am (in den letzten Jahren objektiv entsättigten) Fleck gelegen haben, ich bin ja bekanntermaßen etwas gehandicapt in Sachen astronomisches Farbsehen...

Als Rainer merklich später zum Abschluss ebenfalls nochmals in Richtung Jupiter hielt konnte er ihn ebenfalls erspähen und er war sichtbar weiter gewandert - allerdings empfand ich das Bild im 12er als zu hell, trotz hoher Vergrößerung, der Kontrast war da schwerer herzustellen.

Wie immer wenn man sich auf ein astronomisches Abenteuer mit Rainer einlässt - und ich tue es auch GERADE deshalb immer wieder gern - kommt man nicht umhin den läppischen galaktischen Vorgarten unserer Milchstraße mit lächerlichen Entfernungen von einigen Dutzend Millionen Lichtjahren zu verlassen und sich auf WIRKLICH kosmologische Distanzen und Lichtlaufzeiten einzulassen... So holte er einmal mehr den rekordverdächtigen (18 Milliarden Sonnenmassen!!) Quasar OJ 287 im Sternbild Krebs ins Okular - lustigerweise konnte ich mich plötzlich wieder recht lebhaft an die Nacht erinnern als ich ihn schon einmal in Rainers Gerät sah, die Aufsuchkarte kam mir sofort bekannt vor... Spannend war aber nicht nur das gigantische Alter der Photonen die mich da kitzelten (mein Ur....ur-Großopa war damals gerade dabei sich eine Zellhülle anzueignen vor 3.500.000.000 Jahren) sondern vor allem die Tatsache mit welcher Leichtigkeit wir ihn sehen konnten, sogar DIREKT :o Das sollte eigentlich gar nicht möglich sein, da er mit 15m auch im 12"er kein Scheinwerfer ist, zwar ist seine Variabilität bekannt aber sein 12 Jahreshoch liegt eigentlich bereits hinter ihm, im Vergleich mit einigen Referenzsternen im Feld kamen wir aber auf eine tatsächliche Helligeit die zwischen 13,4 und 14m lag, also möglicherweise ein Helligkeitsausbruch der nicht mit seinem üblichen Rythmus zusammenhängt.

Nach diesem sehr befriedigenden Abschluss trennten sich unsere Wege dann kurz vor zwo und ich fuhr mit dem guten Gefühl nach Hause, das auch lange Pausen weder dem Spaß an der Freude noch den jahrelang eingeübten Handgriffen wirklich etwas anhaben können ;)



Dienstag, 15. November 2016

Vollmond a.k.a. "Supermond" am 14.11.2016

Schwer vorstellbar dem Medienhype um den diesmonatigen Vollmond zu entgehen ;) 

Der (Voll)Mond ist ja auch normal nicht wirklich mein Metier aber einen Blick mit der Kamera wollte ich schon riskieren, leider hatten wir pünktlich zum Tagesende mit starkem Hochnebel zu kämpfen, also reichte es nur für zwei Schnappschüsse durch den Dunst, was aber reichte um zumindest mal einen Vergleich mit 300mm zu wagen - ernüchternd, sicher findet sich irgendwann in meinem Archiv noch ein Foto des Mondes im Apogäum.. das könnte interessanter ausfallen...


 

Mittwoch, 7. September 2016

BB vom 06.09.2016

Uhrzeit: 21:30 bis 0:50 Uhr
Wetter: Klar
GG: um die 6m, nicht näher bestimmt
Ort: Idsteiner Land

Ein heftiger Abstand zwischen zwei Beobachtungsberichten, zugegeben ;) Heißt aber nicht, dass ich im Sommer gar nicht mal zu Teleskop und/oder Fernglas gegriffen hätte, erst letzte Woche fand eine ähnliche Nacht ebenfalls zusammen mit Rainer statt, allerdings waren da die Wolken bereits beim Aufbau auf dem Vormarsch. Ansonsten waren meine letzten Monate vor allem durch das Große Projekt "Eigener großer Garten und Bau eines Häuschens dort" geprägt, was mir wenig Zeit und Kraft für große Ausflüge des Nachts ließ... 

Jedenfalls befand ich diese Nacht in Qualität und Umfang als würdig festgehalten zu werden. Ich kam nur wenige Minuten vor Rainer am Platz an und der Himmel zeigte sich schon sehr fein, vergleichsweise wenig Dunst und Horizontaufhellung, der sonst sehr zugige Platz war heute schön windstill. Der 8er war in kürzester Zeit einsatzbereit, kurz verzweifelte ich an der Justage des Telrads bis mir auffiel, dass sich die Basis verschoben hatte. Alsdann ging es an den Versuch herauszufinden ob die Handgriffe noch sitzen, die Augen noch das Wahre sind und ich noch das ein oder andere Objekt finden kann. Ja, alles noch parat, so stellte ich den Abend unter das Motto: Noch einmal in den Sommerhimmel abtauchen und sich auf den Herbsthimmel vorfreuen ;)

Ergo waren eine Vielzahl an Objekten aus beiden Bereichen dabei, darunter ein sehr eindrücklicher Cirruskomplex, der im 24er ES und [OIII] herrliche Strukturen und prägnanten Mittelteil Triangular Wisp zeigte. Das Seeing war darüber hinaus auch sehr gut! Ich konnte beispielsweise M57 mit 4,7mm problemlos vergrößern und auch die schwachen Sternchen standen wie genagelt im PN. 

Bei Rainer war wieder echte Arbeit angesagt: Danke! Dank dir kann ich das Thema "Ex-Planeten" nun auch endlich ad acta legen :D Pluto wird für mittlere Öffnungen ja in den kommenden Jahren (Jahrzehnten!) für nachfolgende Beobachter Generationen immer schwerer zu beobachten und ist auch heute schon mit 14,2m kein einfaches Objekt mehr - auch nicht in 12". So war es auch nur der wirklich guten Karte zu verdanken, dass ich den Zwergplaneten immer wieder aufblitzen sah, eine hohe Vergrößerung war hier sehr förderlich.

Später durfte ich bei ihm auch noch einen schwächlichen Abell PN sehen (leichter als Pluto) und beim Versuch einen Pal Haufen zu sichten kläglich versagen.

Weiter ging es mit meinen gemütlichen Beobachtungen die dagegen Augenkuschler waren. Darunter auch NGC 7331 die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Den Galaxienhaufen Abell 262 konnte ich trotz suboptimaler Karte auch finden und sah auch einige Nebelfetzchen im Feld, aber ohne nähere Identifikation mit meiner richtigen Karte blieb es doch etwas unbefriedigend.

Gegen halb Eins ermahnte ich mich zum Abbau um  ein paar Stündchen später wieder halbwegs menschlich aus dem Bett zu torkeln.. Insgesamt war es eine schöne Nacht bei guter Transparenz und angenehmen Temperaturen - Mann bin ich froh, dass der Sommer endlich rum ist!

Sonntag, 10. April 2016

BB Frühjahrstreffen Stumpertenrod 2016

Datum:  8-9. April
Ort: Vogelsberg
Zeit: 22:15 Uhr bis 2:30 Uhr
Grenzgröße: ~ 6m4+ 
Zu meiner.... Schande trifft es nicht, eher Trauer, muss ich gestehen, dass seit meinem letzten Aufenthalt im Vogelsberg vor fast genau einem Jahr meine astronomischen Freuden doch arg gedämpft waren, vielleicht noch mit Ausnahme der Beobachtungen in den Alpen im vergangenen Spätsommer sowie der Mondfinsternis. Aber von den Nächten von denen ich eigentlich "lebe" waren durch die Bank weg alle nicht dazu geeignet die Motivation aufrecht zu halten, der Himmel entweder ein gutes Stück von den Durchschnittswerten entfernt, der Wind so stark dass ernsthafte Einschränkungen die Folge waren... ect.

Diese Nacht beim Frühjahrstreffen der Sternwelt Vogelsberg hat mich aber endlich wieder geerdet, begeistert und tief befriedigt. Kurzentschlossen kam meine Tochter mit, so richtig begeistert war ich zunächst nicht, sollten die Nachtemperaturen doch merklich unter die Frostgrenze fallen, außerdem kamen wir erst sehr spät auf die Straße (nach 20 Uhr). Deshalb konnte ich natürlich nach 22 Uhr auch nicht mehr auf den Platz fahren, dank Jan der mich aber schon am Parkplatz hinter der Sternwarte in Empfang nahm war das nötigste Equipment problemlos an den unteren Rand des Platzes getragen und aufgebaut. Wegen dem mich bereits auf den letzten Kilometern im Auto extrem begeisternden Himmel (und wir reden hier von einem eher unspektakulären Frühlingshimmel!) wollte ich nicht viel Zeit mit Knipsen vertrödeln, weshalb man mir ein einziges, schlechtes und nichtssagendes Foto als Stimmungsbild verzeihen möge - es taugt eigentlich nur als Beweis: Die Sonne schien nicht.


Meine Tochter war noch ein kleines Weilchen wach, schon etwas geschwächt von der vorigen Nacht die sie wohl auch mehr wach als schlafend bei einer Freundin verbrachte ;) Aber immerhin sah sie noch alle Mitglieder des Leo-Triplets bevor sie sich in der Sternwarte mit dem Schlafsack in eine Ecke verkrümelte.

Bei Jan gab es im 16er eine weitere tolle Gruppe in Leo auf die Augen:
NGC3686/3684/3681/3691wobei die leztere etwas abseits steht und auch kleiner respektive schwächer ist. Natürlich trotzdem nicht sehr anspruchsvoll im 16er aber dafür umso schöner anzuschauen. Tatsächlich fand ich sie dann auch auf Anhieb im 8er wieder und auch hier waren alle Gruppenmitglieder mit 14mm zu sehen. Zerknirscht muss ich jetzt auch noch zugeben, dass ich meine letzte Beobachtung vor drei Jahren wieder völlig vergessen hatte ;)

Also bringen mir Galaxien nach wie vor das vertraute Kribbeln, dann ab in den Virgohaufen. Ich muss schon gestehen, dass ich etwas Bammel hatte ob alle Strategien und Handgriffe noch reibungslos funktionieren aber ja - als wäre ich letzten Monat zehn mal draußen gewesen.

Also Peilung auf Messier 100 um mich dann über 99 zu 84 und 86, dem Einstieg in die Makarian Chain. Ich halte kurz inne - natürlich ist die Kette ein tolles Highlight des Virgohaufens, aber schon wieder? Nein, ich schaue mich jetzt mal in die andere Richtung um. Zunächst identifiziere ich neben 84 und 86 auch nocht NGC 4402, 4387, 4388 (die ohnehin sehr hell ist) und sogar IC  3303! Weiter geht es Richtung Süden zu einer zumindest auf der Karte sehenswerten Dreiergruppe: NGC 4440, 4436, 4431. Die Karte erschien mir hier zwar in Sachen Ort völlig eindeutig aber der Abstand der Galaxien erschloß sich mir nicht sofort, so dass ich sie zwar sofort sah aber erst noch trennen wollte wo nichts mehr zu trennen war, die Mitglieder stehen schon ein Stückchen auseinander, das kam auf der Karte nicht ganz rüber. Bei Jan im 16er wurde mir das dann klar. Auch eine wunderschöne Gruppe, die den 8"er nicht überfordert hat.

Zwischendurch mal ein bisschen die Beine vertreten und bei Basti am Nachbarteleskop einen saftigen M51 beobachten, das wird dann auch noch an den anderen Geräten gemacht - die vielen Knoten in den Spiralarmen sprechen eine klare Sprache: Heute wurde was richtig gemacht am Himmel! Ein Blick in Richtung UMi sagt auch, dass wir hier eine echt transparente Nacht haben, der 6,2er springt einen sofort an und mit etwas Geduld komme ich auf gut 6m4 Grenzgröße, im Zenith mag sie sogar darüber gelegen haben. Allein am Horizont ist etwas Dunst. Es ist schon erstaunlich kalt für Aprik, etwa -3° und die volle Winterkleidung ist am Körper und sorgt für das nötige Durchhaltevermögen.

Die Kette in Virgo beobachte ich natürlich trotzdem noch durch bis M88 die bereits in Coma Berenices liegt. Ich verlängere die Kurve noch über NGC 4516 bis M91. Im Sternbild Coma besuche ich dann noch ein altbekanntes und immerwieder überraschendes Pärchen: Nahe Alpha Coma und damit eigentlich nicht zu übersehen liegen zwei Kugelsternhaufen in einem (Übersichts) Gesichtfeld die unterschiedlicher nicht sei können obwohl sie sogar ähnliche Nummern haben.

M53 ist natürlich ein heller, schön aufzulösender Kugelsternhaufen wie man ihn vielfach aus dem Messierkatalog kennt. Am Gesichtsfeldrand des 24mm Okulars sieht man mit NGC 5053 ein wesentlich schwächerer Vertreter. Zwischen 8m33 und 9m8 mögen auf dem Papier keine gigantischen Unterschiede bestehen aber durch die sehr schwache Konzentration des NGC Haufens ist der Kontrast schon sehr auffällig.

Die Sommermilchstraße erhebt sich langsam im Osten über den Horizontdunst, der aber langsam etwas höher kriecht, sehr zufrieden lehnen wir uns auf den Stühlen zurück und lassen die Ruhe auf uns wirken, nur unterbrochen vom Schnarchen der Zusammengebrochen und dem Surren der Unbelehrbaren. Gegen halb drei mache ich es mir dann doch auf meinem Feldbett bequem (und es ist in der Tat bequem!).

Der Morgen kommt früh mit der natürlich nun ausgeschlafenen Tochter die voller Tatendrang um kurz nach Sieben in die noch eisbedeckte Morgenkälte springt. Nach einem wärmenden Kaffee und einfachen Frühstück kommen die weiteren Protagonisten aus ihren Zelten und Autos und neben etwas Fachsimpelei machen wir uns nochmals auf die Socken um ein wenig die wunderschöne Natur der Umgebung zu genießen. Nach dem Mittagessen machen wir uns dann aber ob der Prognosen und der nach Fahrplan aufziehenden Bewölkung auf den Nachhauseweg. Es war kurz, ja - aber selten hat von Anfang bis Ende alles gepasst und einmal mehr war es der Vogelsberg der mir genau das gegeben hat was ich bei diesem Hobby suche: Tiefe Einblicke in einen beeindruckenden Himmel, nette Gleichgesinnte um mich herum und nah an einer wunderschönen Natur zu sein.

Ans Ende stelle ich noch einige Eindrücke des Frühlingstreffens.